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Liebesbrief an den November

vor 1 Tag
5 Min. Lesezeit

Von der nassen Dunkelheit hinein in die erste Herzenswärme des bevorstehenden Winters.

Intuition

Wenn du die Tage durch die Wälder spazierst erlebst du einen bunten Blätterregen der

sanft ein Ende aller fruchtbaren Tage in diesem Jahr verkündet. In einem einzigartigen

Tanz und einem Bruchteil von Sekunden löst sich ein monatelanger Prozess – kapselt sich

ab von der so lieb gewonnenen Verbindung, die in Liebe und Schönheit lange Zeit aufgebaut wurde.


Altes geht, damit Neues entsteht.


Mit dem letzten so bunten Kleid gleiten die Blätter also hinab, landen auf der Erde und beginnen dort ihr neues Leben um dem Kreislauf der Ur-Natur zu dienen.

Man hat das Gefühl, all den Blättern bei Jubel und Freude lauschen zu können, denn ihre Eleganz einen Strauch oder den Baum zu verlassen wirkt nicht wirklich wie sterben.

Manchmal möchte ich gern tauschen wollen um zu erfahren wie es sich anfühlt, losgelassen,

tanzend, frei und bunt durch die Lüfte zu schweben – getragen von einer Brise Wind die

kurzzeitig neuen Formen und Variationen meiner Beweglichkeit erlauben…

Der November ist ein Monat des Sterbens und Sammelns. Er hat eine große Aufgabe unter

all den anderen und lässt auch uns Menschen immer wieder ein Stück mehr kleine Tode

durchleben.



Hier also mein persönlicher Liebesbrief an den November:


"Liebster November,


ich mag dich sehr, denn du bist wie ich – einfach einzigartig & sonderbar – nicht greif- und

manipulierbar. Deine Reinheit, Echtheit und graue Strahlkraft ist bewundernswert.

Du nimmst kein Blatt (mehr) vor den Mund, sagst und zeigst und die nackte Wahrheit und

stellst dich all den Herausforderungen eines unbequemen Übergangs. Müsste ich dich mit

etwas vergleichen, so bist du weder Raupe noch Schmetterling – nein, du bist nach außen

der Kokon, welcher zum Zwecke der Transformation dient und Schutz gewährt.


Deine Stärken sind die unsere Ängste, mit denen du uns Menschen konfrontierst. Und das

war nicht einmal geplant. Denn, wie dein Name schon sagt, bist du ursprünglich der neunte

Monat im Jahr gewesen (lat. Novem = neun), man hatte dich aber dann vor vielen

Jahrhunderten in diene jetzige Rolle gedrängt. Du trägst die Last und die Verantwortung

unserer Ahnen und bist ein Portal zur Anderswelt – eine Brücke für unsere Verstorbenen -

eine Verbindung zu all den Seelen. Das beginnt bereits in der Nacht zu deinem 1. Tag und

führt sich immerwährend fort (Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag usw…). Du bietest

uns somit die Gelegenheit, mit den Ahnen und unseren inneren Geistern zu kommunizieren.


Deine Wochen bieten Schutz im dunkel, denn du bist der erste, der erfahren muss, dass die

Tage kürzer & dunkler werden. Deshalb mögen dich viele Menschen nicht, weil sie in den

ersten Winterblues, die erste Erkältung oder Depression verfallen. Denn zu bunt und

golden war vorab der Oktober und so wundervoll leuchtend und mit Wärme verbunden

zeigt sich nach dir der Dezember. Doch wenn nicht du wer dann, kann diese Bürde

(er)tragen, Lückenfüller und Transformator in einem zu sein. Immerhin gibst du uns die Möglichkeit die ersten Kerzen, das erste Feuer und eine Kuscheldecke wieder für uns zu entdecken. Du führst uns Menschen wieder enger zusammen, ans offene Feuer, an die warmen Speisen und mit einer Tasse Tee in unsere persönliche Stille.


Regen & Nebel sind deine Unterstützer – sie hüllen die Welt ein wie uns Menschen, um uns

zu schützen. Dein Monat erzeugt so viel Klarheit wie keiner, auch wenn der Nebel es anders

darstellt. Wir werden benetzt von Feuchtigkeit, die wiederum Energien in sich trägt und

zugleich abtransportiert. Deine dunkle, graue und leise Stimmung sollte für uns eine Chance

sein – inne zu halten – noch vor dem Trubel im Dezember. Ein Aufladen der Reserven, ein

liebevolles Zuwenden, was vielleicht die Monate davor auch leicht vergessen wurde.


Deine beiden Sternzeichen Skorpion & Schütze stehen grob für Tiefe und Aufbruch. Altes

muss abgeschüttelt und zugleich unverblümt angesehen werden – wir erheben uns mental

wie körperlich aus dem Ur-Schlam und werden aufgerufen, Raum zu gewähren, für noch an uns noch klebende Reste karmischer Themen. Wir dürfen – doch wir müssen nicht. Aber

du, lieber November bietest uns dafür den idealen Raum. Und auch der Mond trägt dazu bei, noch tiefer hineinschauen zu dürfen.


Ich liebe dich, liebster November, denn durch Zufall wurde ich selbst in dich hineingeboren

und ich könnte mir keinen besseren Zeitpunkt vorstellen. Die Quersumme meines

Geburtsdatums ist ebenfalls die 11 und so fühle ich mich noch mehr mit dir und deinen

außergewöhnlichen Eigenschaften verbunden. Wir beide sind die grauen Entlein der Zeit

und ich bin mir sicher, wir beide sind stolz darauf. Ganz vieles von dir fließt bereits in

meinen Alltag und mein Leben ein. Denn meine Charaktereigenschaften sind typisch du – so

als würde ich dich über deine Wochen hinaus das ganze Jahr repräsentieren. Ich liebe die

Farbe grau, bin oftmals sehr direkt und klar und bringe viele Menschen durch meine Art &

Arbeit an ihre bisher geglaubten Grenzen. Ich bin keiner, der die Dinge schön macht,

sondern aufzeigt was ist – in der Stille, raus aus der Dunkelheit und dennoch liebevoll

schützend und wärmend – wenn auch nicht immer sofort verstanden und gefühlt wird, dass

wir diese Qualitäten teils mehr als alle anderen besitzen. Doch du & ich stellen das Leben

und die Menschen immer wieder vor ihre eigene Prüfung, erst hinter den Schleier schauen

zu müssen um dann das wahre und die Kraft dahinter zu entdecken.


Deshalb liebe ich dich so sehr, Meister November. Du bist einer meiner größten Lehrer

und wie würde das Jahr ohne dich aussehen? Ein Stück Wahrheit würde fehlen – ganz klar.

Bitte verzeihe den Menschen, die dich noch immer ein Stück weit verurteilen und schlecht

machen. Sie sind noch nicht soweit um dich klar zu sehen und zu spüren. Denn unverändert

sind viele von alle dem abgelenkt was sie selbst erschaffen haben und trauen sich noch nicht

so recht, in die Tiefen ihrer selbst zu gehen. Denn dann würden sie auch in sich einen Teil

von dir erfühlen und ein Aufbrechen ihrer Kraft erfahren, woraus wieder Ängste entstehen.

Denn wie ich erwähnte bist du der unangenehme, dunkle, unförmige und hässliche Kokon in

den noch nicht so viele schlüpfen wollen. Aber so wie ich dich kenne, bleibst du dir treu und

bist geduldig mit uns – wir werden es Stück um Stück wieder erfahren und dir immer

liebevoller begegnen.


Liebster November – ich danke dir von Herzen, dass es dich gibt und du so vieles für uns

alle machst. Du bist ein wichtiger Teil von mir und ich werde den Menschen deine Größe

weitergeben und ihnen erzählen, was du alles für uns schulterst, so dass wir noch liebevoller

und in Verbundenheit auf dieser Erde in LIEBE zusammenleben können. Denn auch dein

Ziel ist es von Anfang an, diese Welt mit den anderen Welten & Dimensionen zu verbinden

für die All-Liebe in sowie durch uns.

Du bist (m)eine wahre GRÖSSE."


(Copyright, Tom Veda)


Ich wünsche dir mehr & mehr einen wundervollen und vielleicht ab jetzt anderen november in deinem Leben

Von Herzen

Tom


 
 
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